Toni Werner gewinnt die Rallye Zwickauer Land mit einem Höllenritt
Dem Porsche-Trio Dobberkau, Werner und Stölzel war von Anfang an klar, dass bei dieser Rallye keiner was zu verschenken hat. Deshalb war es auch keine Überraschung die Startnummer 1 am Limit über die 1. Prüfung fliegen zu sehen. Und das wortwörtlich, denn auch auf den Schotterabschnitten schonte Olaf Dobberkau seinen Boliden nicht. Daraus resultierte eine ganz ordentlich Flughöhe an der kleinen Kuppe Richtung Autobahn und ein 2. Platz am Ende der ersten Prüfung. Nur Ruben Zeltner war auf dieser Prüfung nochmal knappe 2 Sekunden schneller. Die nachfolgenden Markenkollegen ahnten wohl, dass die Stunde geschlagen hatte und fuhren ebenfalls gleich volles Risiko. Was zur Folge hatte, das alle drei innerhalb einer Sekunde lagen.
Auf der 2. Prüfung, einem Rundkurs, gab es ein ähnliches Bild. Die Porsche gaben den Ton an. Dobberkau mit Bestzeit gefolgt von Anton Werner und gleich dahinter Maik Stölzel. Die nächste Prüfung war die Königsetappe dieser Rallye, über 20 Kilometer volle Konzentration und schon wieder war Schotter mit dabei. Nicht sehr porschefreundlich möchte man meinen. Aber einzig Maik Stölzel hatte Probleme. Er hatte mit einem schleichenden Plattfuß zu kämpfen und verlor wertvolle Zeit. Unbeeindruckt davon drehte Anton Werner mächtig auf, war gut 5 Sekunden schneller als Olaf Dobberkau und übernahm knapp die Führung. Diese verteidigte er dann auch mit dem Messer zwischen den Zähnen! Die restlichen Prüfungen spürte er quasi, wie Dobberkau an seiner Stoßstange kratzte. Gerade mal 4,2 Sekunden trennten am Ende die ersten beiden Plätze.
Maik Stölzel dagegen hatte, wie schon so oft in dieser Saison, mit Problemen zu kämpfen. Diesmal waren sie nicht ganz so gravierend, aber dafür beim Heimspiel um so ärgerlicher. Der schleichende Plattfuß verfolgte ihn eine weitere Prüfung und er musste sich zur Halbzeit auf Platz vier einsortieren. Mit dem inzwischen als Porschejäger bekannten Norbert Moufang im Nacken sicherlich nicht sehr angenehm. Vor ihm lag in ständiger Schlagdistanz Ruben Zeltner, dieser rollte aber auf WP 6 nach nur einer Runde mit hustendem Motor aus.
Ab da war es, nach der bis dahin grandiosen Leistung der Porschearmada, klar, das Porsche dreimal auf dem Podest landen wird. Auf dem undankbaren 4. Platz, aber trotzdem wieder spektakulär unterwegs, und als Sieger in der Gruppe H, behauptete sich am Ende Norbert Moufang im megaschnellen C- Kadett. Die Allradgruppe hatte an diesem Wochenende nichts zu melden. Trockene Pisten und technische Probleme machten ihnen zu schaffen. Maik Förster rollte schon an der gut besuchten Spitzkehre der 1. Prüfung aus und auch Enrico Brühl hatte einige Probleme. Ein Radwechsel kostete ihm wertvolle Zeit was eine Verspätung an der Zeitkontrolle zur Folge hatte.
Auf Rang fünf und ebenfalls mit einer Top - Leistung landete Bernd Knüpfer im Opel Astra OPC. Dahinter mit einem starken siebten Gesamtrang platzierte sich Mark Muschiol im Renault Clio Ragnotti. Damit liegt er momentan auf Platz drei in der DRS. Ebenfalls mit starker Leistung glänzte der gerade mal 19-jährige Benjamin Hübner, im Citroen C2R2max, auf Gesamtrang 8. In der DRS-Wertung liegt er jetzt mit diesem Klassensieg auf dem 4. Platz.
Text: Tobias Lehmann
Bilder: Jens Führer
19.09.2010
Rallye Zwickauer Land erstmals DRS - Lauf
In diesem Jahr steht ein neue Veranstaltung im Kalender der DRS. Zum 1. Mal wird die Rallye Zwickauer Land als DRS-Lauf gefahren. Was 2004 als Rallyesprint Reinsdorf begann und ab 2005 den jetzigen Namen trägt, mausert sich in diesem Jahr zu einer sehenswerten Veranstaltung bei der parallel die Starter der DRS mit den Startern der Rallye 200 auf den anspruchsvollen Prüfungen im Zwickauer Umland um Bestzeiten fahren.
Dieses Konzept scheint aufzugehen. Das jetzt schon gute Starterfeld spricht für sich. Norbert Moufang nimmt für diese Rallye eine lange Anfahrt in Kauf, ein Team reist aus Finnland an und Olaf Dobberkau äußerte gegenüber dem Veranstalter, dass ihm das Konzept gefalle. Bei der Pressekonferenz am 08.09.2010 waren sich alle einig, dass so eine hohe Rallyedichte in einer Region, europaweit, einmalig ist. So hat in und um Zwickau nicht nur der Automobilbau eine sehr lange Tradition sondern auch der dazu gehörige Sport. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es nicht mehr ganz so verwunderlich gleich 3 Spitzenrallyes in einer Region zu finden.
Die bei der Pressekonferenz anwesenden Sponsoren, der Bürgermeister von Reinsdorf und die Landtagsabgeordnete Kerstin Nicolaus waren sich beim berechtigten Lob für den Veranstalter einig. Der MC Zwickau e.V. leistet hier Großes. Das Team um den Rallyeleiter Johannes Schmutzler hat hier wieder eine super Planung abgeliefert. Viele Prüfungen sind neu oder abgeändert aber auch alt bewährtes wurde beibehalten. Da gibt es wieder die bekannte Prüfung Meta-Werk in der Zwickauer Nordvorstadt mit einem kleinen Sprung oder die WP Schönau-Vielau in etwas abgeänderter Form mit der bei Zuschauern sehr beliebten Kehre an der A72. Highlight für die Teams wird sicherlich die 20,7 Kilometer lange Prüfung Langenhessen – Lauenhain. Von der schwierigen Genehmigung dieser Prüfung war abhängig ob es ein DRS - Lauf wird. Mit insgesamt 76.3 WP – Kilometern ist das nun der Fall. Die Teams der parallel laufenden 200er Rallye werden diese Prüfung nur einmal fahren und nicht wie in der DRS als Rundkurs. Das bedeutet eine Kürzung auf 9,72 Kilometer, aber auch die müssen erst mal sauber bewältigt werden.
Der Vorjahressieger Maik Stölzel hat dies auf allen Prüfungen vor. Die erste Kampfansage gab es bei der Pressekonferenz und wurde inzwischen mehrfach in diversen Interviews wiederholt. Er will mit seinem nochmal umgerüsteten Porsche den Sieg einfahren. Maximal Platz 2 wäre noch zufrieden-stellend, sagte er bei der Pressekonferenz. Das neue Fahrwerk soll ihm dabei helfen und auch der Motor wurde endlich optimal eingestellt. Aber auch die Markenkollegen Olaf Dobberkau und Anton Werner wollen als Erste über die Ziellinie. Bei den beiden geht es um einen harten Punktekampf in der DRS.
Insgesamt haben schon über 100 Teams genannt. Davon 37 für die National A – Wertung und der Rest für die 200er Rallye. Die 2-Takt-Fans werden besonders begeistert sein. Gleich 10 Trabis haben sich schon angemeldet um einen feinen Duft in ihrer Geburtsstadt zu hinterlassen. Wir wünschen allen Teams und Zuschauern eine spannende Rallye und hoffen auf schönes Wetter.
Text und Bilder: Tobias Lehmann
13.09.2010








