Bericht zur 2. ADAC Rallye Sachsenring Junior
Mit der Rallye Sachsenring Junior gab es mal wieder eine top Veranstaltung im Rallyekalender. Man könnte sagen: „Klein aber fein!“
Nur das Wetter spielte nicht so richtig mit. Das Sauwetter und 80 % Schotter waren natürlich fast Traumbedingungen für die Allradler. Um so überraschender war dann das Ergebnis. Marek Goldbohm und Co-Pilot René Sommer im Golf hatte wohl keiner auf der Rechnung. WP 1 beendeten sie noch auf Rang 8. Bis zur WP 4 kämpften sie sich an die Spitze und gaben danach die Führung nicht mehr ab. Die ersten 3 Plätze waren fest in der Hand von deutschen Marken. Auf die Zehntelsekunde zeitgleich mit dem Golf, kamen Thomas und Melanie Schultz auf ihrem Opel Kadett D, mit seinem fast 200 PS starken 16V-Herz, ins Ziel. Doch wegen der Ex-Aequo-Regeln muss sich Schultz mit dem 2. Platz anfreunden.
Der VW Lupo GTI von Carsten Wiegand und Jörg Schneider komplettierte dann das Trio der deutschen Marken auf Platz 3. Ihnen fehlten nur 2,8 Sekunden bis zur Spitze.
Das die Prüfungen sehr anspruchsvoll waren steht außer Frage. Selbst Routinier Maik Stölzel, der in seinem Porsche als Vorauswagen unterwegs war, kam um einen Verbremser nicht herum. Er verpasste die 90-Grad-Kurve an der A72 und mußte zurücksetzen. Auch viele andere Teams hatten bei den verschlammten Schotterpisten so ihre Schwierigkeiten, den richtigen Bremspunkt zu finden.Ganz andere Probleme hatte das Team Sebastian Lohrke und René Dornaus. Nach 1,7 Kilometern war schon Schluß. Das Scheibenwischergestänge verabschiedete sich und war nicht mehr zu reparieren. Bei strömendem Regen war die Sicht gleich null und so mussten sie ihren Mitsubishi Colt abstellen.
Richtig Pech hatte Jörg Mittelsdorf. Mit seinem Beifahrer Rigo Sonntag führte er nach WP 1 noch mit 0,2 Sekunden Vorsprung. Dann wurde das Team bei den nächsten 2 Prüfungen auf Rang 13 durchgereicht um sich dann auf WP 5 wieder auf den 5.Platz vor zu kämpfen. Davon angespornt wollten sie in der Kiesgrube in Gablenz dann richtig Gas geben, war das Geläuf doch wie geschaffen für den Allradler. Die Fahrzeuge vor ihnen sorgten aber für eine gigantische Staubwolke die sich einfach nicht verziehen wollte. Es ging also mehr oder weniger im Blindflug über die knochentrockene Piste, und so passierte es dann, am Ausgang einer Bergauf-Rechts-Links-Kombination schlug der Subaru WRX in einen Felsblock ein. Vorderrad und Aufhängung waren zerstört. Abschleppen war auf die Schnelle an dieser Stelle nicht möglich. Die Rennleitung brach darauf hin die WP ab. Das war natürlich Pech für die vielen Zuschauer die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Aber auch Markenkollege Kosta Tsiflidis hat in WP 3 Pech und fuhr ins Unterholz. Christian Doerr musste seinen Gruppe-H-Cossie schon nach zwei Prüfungen mit defektem Motor abstellen.
An der Spitze hätte es sogar noch viel enger zugehen können. Fuhr doch der letztjährige Gesamtsieger Peter Bleyl auch diesmal unglaubliche Zeiten mit dem BMW 318is. Nach WP 3 führte das Team Bleyl / Schulz sogar das Feld an, doch in WP 4 kostete ein kleiner Verbremser knapp 20 Sekunden. Diese Zeit fehlte dann am Ende der Rallye und es reichte nur zu Rang 7 und dem Klassensieg. Patrick Schmidt wollte beim Klassensieg eigentlich auch ein Wörtchen mitreden. Mit sehenswerten Drifts und guten Zeiten jagte er über den Schotter. In der drittletzten Kurve stellte er aber seinen BMW 318 für 4 Minuten in den Graben und verbockte damit seine sehr gute Platzierung.
Tabellenführer im Schotter-Cup, Mark Muschiol fällt mit einem Motorschaden aus und das schon zum 2. Mal in 8 Tagen. Ärgerlich!
„It was a big fun!“, sagte Kalle Grundel aus Schweden der nur zum Spaß an den Start ging. Er gewann vor 20 Jahren schon mal die Rallye Sachsenring, damals auf einem Peugot 309 GTI. Er wollte eigentlich mit dem Siegerauto antreten musste dann aber mit seinem damaligen Co-Pilot einen Volvo über die Schotterpisten jagen. Den Peugot hatten sie einem Museum geschenkt, welches das schöne Auto später innerhalb eines Kunstprojektes kurzer Hand zersägte. Über die DDR-Einreise-Probleme von damals müssen die beiden noch heute schmunzeln. Drei Grenzkontrollen und viele sinnlose Formalitäten musste man damals über sich ergehen lassen, wenn ein Schwede, der einen in Leipzig geborenen Westdeutschen als Beifahrer hat, in einem französischen Auto einreisen wollte!
Bericht: Tobias Lehmann
